Schlatt nach der Prüfung zum 7. Dan in Tokyo

Die Osterferien nutzend, machte sich der Taubertäler Karateka Schlatt gemeinsam mit seiner Tochter Sina und einer 16-köpfigen Reisegruppe weiterer Karateka auf den Weg ins „Land der aufgehenden Sonne“ – nach Japan. Höhepunkt der Trainings- und Kulturreise war der internationale „Karate-Frühlings-Gasshuku“, der gegen Ende des Aufenthalts im Zentraldojo der Japan Karate Association in Tokyo stattfand. Diese weltweit anerkannte Lehrveranstaltung des Karate endet traditionell mit einem anspruchsvollen Prüfungsmarathon für höhere Schwarzgurtgrade. Nur hier haben Karateka ab dem sechsten Dan die Möglichkeit, die nächste Meisterstufe zu erreichen.

Auch Schlatt, Cheftrainer der Karateabteilungen im TSV Tauberbischofsheim und im TV Wertheim, stellte sich dieser Herausforderung. „Schlatt“ – wie er sich selbst schlicht und ohne weitere Namenszusätze nennt – begann seinen Karateweg bereits 1979 im Taubertal. Fünf Jahre später legte er die Prüfung zum ersten Dan ab und qualifizierte sich durch Erfolge im Jugend- und Juniorenbereich für die Sportfördergruppe der Bundeswehr.

Während seines Studiums in Freiburg fand er schnell ein Dojo, das seinen Vorstellungen entsprach, und blieb der Breisgaumetropole bis zu seinem Abschluss als Diplom-Volkswirt und Japanologe an den Universitäten Freiburg und Tübingen treu. In dieser Zeit reiste er immer wieder nach Japan, dem Ursprungsland des Karate. Einen fast zweijährigen Aufenthalt während seines Japanologiestudiums krönte er – nach dem zweiten Dan – schließlich 1994 mit dem dritten Dan. Damit schloss er die Phase der sogenannten Jungmeister ab und durfte sich mit 30 Jahren „Meister“ nennen.

Es folgten der vierte Dan im Jahr 2000 und der fünfte im Jahr 2009. Diese Jahre waren geprägt von intensivem Training und engagierter Lehrtätigkeit. Schlatt unterrichtet regelmäßig in ganz Europa und wurde sogar bis nach Australien eingeladen. Neben seiner Arbeit in Tauberbischofsheim gründete er auch in Wertheim sowie an seinem Wohnort Distelhausen Karateabteilungen innerhalb der örtlichen Sportvereine. Trotz seiner Lehrtätigkeit blieb er dem eigenen Training stets verpflichtet und war bis zum Alter von 42 Jahren aktiv und erfolgreich im Wettkampfgeschehen. Er nahm an drei Weltmeisterschaften teil – einmal sogar als Mitglied der kanadischen Nationalmannschaft, während eines zweijährigen Aufenthalts in Kanada, und zuletzt im Alter von 60 Jahren im Veteranenteam der deutschen Nationalmannschaft.

Regelmäßige Aufenthalte in Japan sowie Gegenbesuche japanischer Meister vertieften seine Kenntnisse kontinuierlich. Darüber hinaus genießt Schlatt in der Karatewelt auch durch seinen Fachbuchverlag für japanische Kampfkünste, „schlatt-books“, hohes Ansehen, den er bereits 1994 während seines Studiums gründete.

Nach dem sechsten Dan im Jahr 2016 stellte er sich 2026 erneut der Herausforderung – mit Erfolg: Als einer der wenigen Karateka in Deutschland bestand er die Prüfung zum siebten Dan. Bereits die Zulassung zu dieser Prüfung gilt als große Auszeichnung, die Durchfallquote liegt bei über 70 Prozent. Neben herausragender körperlicher Leistungsfähigkeit wird dabei auch ein tiefes Verständnis der philosophischen Grundlagen des Karate verlangt. Eine schriftliche Abhandlung ist obligatorisch – Schlatt verfasste seine gleich in Deutsch, Englisch und Japanisch und beeindruckte damit das Prüfungsgremium nachhaltig.

Mit dem siebten Dan festigt Schlatt seinen Rang als „Shihan“, als Großmeister, und zählt zu den jüngsten Karate-Großmeistern Deutschlands. Und sein Weg ist noch lange nicht zu Ende – sein Training geht weiter.

In den Karateabteilungen in Wertheim und Tauberbischofsheim, in denen Schlatt unterrichtet, sind Anfänger und Wiedereinsteiger jederzeit willkommen. Weitere Informationen gibt es unter 09341-897635.

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